Storyteller, Idole und sonstige Figuren

Storyteller (deutsch: Geschichtenerzähler) sind indianische Tonfiguren der Neuzeit. Erfunden wurden sie schätzungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Regel besteht die Figur aus einer großen "Grundfigur", die die sogenannten "Alten und Weisen" darstellt und mindestens einer (eher jedoch mehreren) kleinen Figuren, die die Nachfahren darstellen, an die das Wissen weitergegeben wird.

Diesen Storyteller habe ich im Frühjahr 2002 hergestellt. Es ist eine für meine Verhältnisse recht große Figur (ca. 25 cm hoch, ca. 20-25 cm lang und ca. 18 cm breit).

Auf diesem Foto sind verschiedene indianische Figuren zu sehen: ein Storyteller in Form eines Coyoten (vorne rechts), 2 einfache Figuren (Frau, hinten rechts und Trommler vorne) sowie zwei "Maismädchen" (hinten links und Mitte). Die Maismädchen kann man in gewisser Weise als Symbol für eine gute Ernte betrachten.

Diese beiden Figuren sind modernen Vorbildern nachgeformt. Die linke Figur zeigt etwas ähnliches wie ein Maismädchen, nur daß statt den Maiskörnern am Körper hier eine Höhlung besteht, in die ein kleines Gefäß mit einem Maiskolben gestellt wurde. Die rechte Figur ist einer indianische Kachina (Puppe) nachempfunden.

Diese im Jahr 2001 entstandene Kachina ist ein weiterer Versuch, eine Original-Kachina nachzuempfinden. Eigentlich werden Kachinas aus Holz geschnitzt, möglichst aus einem einzigen Stück. Indianerkinder haben früher mit solch einfachen Puppen gespielt, die im Laufe der Zeit jedoch zu kunstvollen Objekten wurden und heute nur für teures Geld zu haben sind.

Man mag es kaum für möglich halten, aber bei den Native Americans gab es auch jede Menge Clowns! (oben eine Figur im ungebrannten Zustand)

Diese trugen bei den Festivitäten meist gestreifte Bekleidung und lustige Hüte. Auch diese Clowns werden heute figürlich nachgestellt. (Figur nach dem Brennen)

Sehr wichtig sind die sogenannten "Fetische". Diese werden ursprünglich aus Edelsteinen wie z.B. Türkis, Jade oder ähnlichem hergestellt. Wegen der guten Bearbeitungsmöglichkeiten findet man sie zunehmend auch aus Speckstein. Diese "Glücksbringer" werden dann mit anderen Edelsteinen oder Lederbändern, Federn, Perlen, Stachelschweinborsten usw. verziert. Ein guter Fetisch in Faustgröße kostet schon mal 50 Dollar! Da ich aber nun mal mit Ton arbeite, habe ich mir einige aus Ton hergestellt...

Idole sind figürliche Fruchtbarkeitssymbole und wurden in der prähistorischen Zeit hergestellt wie auch zum Teil bei den Kelten. Ich zeige euch hier ein paar Beispiele:

Hier könnte man wohl auch sagen "die Mutter aller Ärsche" 

Die linke Figur stammt nicht von mir. Ich habe sie von Gran Canaria mitgebracht.

Wie ihr seht, sind Idole eigentlich immer Frauenkörper, bei denen die Brüste und der Schoß oder Po besonders ausgebildet sind. Arme und Beine "verkümmern" dabei geradezu und auch ein Gesicht oder Kopf ist nicht wichtig.

Zu guter letzt hier noch ein Versuch meinerseits, den "Fürst von Glauberg", den sogenannten Keltenfürsten, nachzubilden. Es wurde in Glauberg eine Stele (Säule aus Stein) dieser Art gefunden.
Hier ein Foto von einer stilisierten Figur einer Indianerin. Diese Figur habe ich 2003 hergestellt:

Und so sieht es aus, wenn man in meine Figuren-Vitrine schaut:

